Enno Neumann
Von der Kaiserlinde zum Heldenhain
Denkmäler, Amtmänner, Weihereden und Bochum
1867-1917

Dokumentation in 2 Bänden
Insgesamt 685 Seiten, 300 Abbildungen, teils farbig
Bd. 1 = 340 Seiten, Bd. 2 = 345 Seiten, durchlaufend nummeriert
23,2 x 16,2 cm, 135 g/m2 Papier matt-weiß
Umschlag vierfarbig, broschiert,
Gesamtgewicht: 2 kg
Druck: druckfrisch medienzentrum ruhr gmbh, Herne
Herausgeberin: Kortum-Gesellschaft Bochum e. V.
EUR 49,40

ISBN 978-3-00-030687-7

 

 

Vereinsfahne
S T A R T S E I T E
D O K U M E N T A T I O N E N
I M P R E S S U M

Die Kortum-Gesellschaft Bochum e. V. hat Anfang November 2010 ein zweibändiges Werk über Krieger-denkmäler, die in der Zeit von 1867 bis 1917 in der Stadt Bochum und den umliegenden Landgemeinden entstanden sind, herausgebracht. Die Dokumentation spiegelt an der allgemeinen Entwicklung dieser Denkmalsgattung in Deutschland speziell die Antwort darauf im ehemaligen Landkreis Bochum wider. Sie äußerte sich zunächst in der Anpflanzung zweier Bäume und der Aufstellung eines kleinen, grabsteinähnlichen Objekts für zwei Gefallene in Eppendorf und uferte nach und nach zu einer regelrechten Denkmalsindustrie mit  riesigen Exponaten aus. Den Abschluss in dieser Kette bildet die Anlage eines Heldenhains auf dem Bochumer Blumenfriedhof für 250 Gefallene.

Bei der Dokumentation geht es hauptsächlich um etwa 30 Kriegerdenkmäler. Es handelt sich dabei um architektonische und figürliche Exponate. Zu ihnen gehören Stelen, Säulen, Obelisken, Pyramidenstümpfe und Bruchsteinobjekte genauso wie Germania- und Viktoria-Figuren, stürmende und sterbende Krieger, Standbilder und Reliefs Kaiser Wilhelms I. und seines Paladins Otto von Bismarck. Sie sollten – insbesondere nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 – in dem neu entstandenen deutschen Kaiserreich für die Gefallenen und das siegreiche Heer ein offizielles Zeichen des Dankes sein. Die imposantesten Denkmäler befanden sich zwar in der Stadtmitte Bochums, doch auch die Denkmäler in den später eingemeindeten Landgemeinden Eppendorf, Weitmar, Linden, Dahlhausen, Wiemelhausen, Stiepel, Hamme, Rechen, Marmelshagen, Werne, Langendreer, Harpen, Höntrop, Querenburg, Westenfeld, Wattenscheid, Laer, Hiltrop und Hordel waren auf ihre Art eine gleichwertige Konkurrenz.

Hauptsächlich wird zwar aufgezeigt, wie die Denkmäler mit ihrem teilweise künstlerischen Anspruch nicht selten das ganze Gemeinwesen dominiert und das Alltagsleben total verändert haben. Aber der Leser erfährt auch noch etwas über Sitten und Gebräuche in den vielen Landgemeinden, über die Landräte, Amtmänner, Bürgermeister und andere Persönlichkeiten, über ihr obrigkeitsstaatliches Denken, das nicht zuletzt in ihren Weihereden zum pathetischen Ausdruck gebracht wird, über Vereins- und Bauwesen, über Gemeindepfarrer beider Konfessionen und ihr Verhältnis zu Krieg und Denkmal, über Künstler, Lehrer und Handwerker, über Bürger in ihrem Stolz und ihrer Trauer und manchmal in ihrem seltsam demonstrativen Verhalten gegenüber Staat und Gesellschaft.

Endlich lernen wir mit diesem Buch auch einmal die Amtmänner optisch kennen, die in dem behandelten Zeitraum in den Bochumer Landgemeinden gewirkt und den Bau der Denkmäler mitinitiiert haben: Otto Heinrich von Borries (Wanne), Adalbert Cramer (Ückendorf), Ernst Wilhelm von Gall (Bochum I Nord), Adolf Klose (Schalke), Hans von Köckritz (Harpen), Alphons Graf von Loos-Corswarem (Bochum II Süd), Hermann Schäfer (Herne), Friedrich von Schell (Bochum), Konrad Schragmüller (Bochum), Friedrich Schulze-Vellinghausen (Langendreer), Friedrich Wilhelm Schumacher (Hattingen), Carl Ulrich (Wattenscheid) und Arthur Wyneken (Hofstede und Hordel). Ebenso waren die Fotos von Bürgermeistern wie Rudolf Brickenstein (Witten), Otto Pokorny (Wattenscheid), Wilhelm Schmidt (Hattingen) und Wilhelm Vattmann (Gelsenkirchen) vorher so gut wie nicht bekannt. Insofern wird das Buch  auch für Leser außerhalb Bochums  von Interesse sein.

 

Die meisten der vorgestellten Denkmäler existieren schon lange nicht mehr; teils fielen sie den veränderten politischen Verhältnissen nach dem Ersten Weltkrieg zum Opfer, teils wurden die Objekte aus Metall im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen oder – wie diejenigen aus Stein – im Bombenhagel vernichtet. Die wenigen Denkmäler, die noch übrig geblieben waren, wollte selbst die Alliierte Kontrollbehörde als Mahnmale gegen Krieg und Gewalt eigentlich erhalten! Aber kaum waren die Besatzer abgezogen, mussten die Exponate nicht selten Neu-Ordnungsplänen oder anderen Bauprojekten weichen. Der Verfasser versucht nun mit vielen bisher unbekannten Fotos, Plänen, Zeichnungen, Dokumenten, Zeitungsberichten usw. die Denkmäler zu rekon-struieren. Er lässt es sich auch nicht nehmen, die Gefallenen von 1866 und 1870/71 namentlich zu nennen. Sie waren ehemals auf den Sockeln der Denkmäler verzeichnet. Und so konnten die Denkmäler den Eltern, Geschwistern, Ehefrauen, Kindern usw. als Substitut für die in der Ferne liegenden Bestattungsorte dienen. Mit der Zerstörung der Denkmäler ist die Erinnerung an die Gefallenen ausgelöscht worden. Doch diese Dokumentation kann ihre Namen in Verbindung mit den Denkmälern wieder ins Gedächtnis zurückrufen. Denn sie sind und bleiben ein Teil der Bochumer Stadtgeschichte.

Das Buch ist verständlicherweise nur in einer relativ kleinen Auflage herausgekommen. Die Umschlagfotos, die übrigens die mehrfigurigen Reliefs vom Germania-Denkmal in Langendreer zeigen, hat die Fotografin Angelika Kapplusch erstellt. Der 1. Band umfasst 340 Seiten, der 2. Band 345 Seiten, sie sind durchlaufend nummeriert. In beiden Bänden sind insgesamt etwas mehr als 300 Abbildungen, einige sogar farbig. Der Druck des Buches ist auf matt-weißem 135 g/m2 Papier erfolgt; der Umschlag ist vierfarbig [Klebebindung]. Beide Bände werden in einem einfarbigen Schuber geliefert. Für die Gesamtproduktion zeichnet die Firma „druckfrisch medienzentrum ruhr gmbh“ in Herne verantwortlich. Das Buch ist über den Buchhandel zu beziehen, unbedingt ausgenommen davon ist die Mayer’sche Buchhandlung. Ansonsten nimmt jedoch auch die Kortum-Gesellschaft Bochum e. V. , Im Alten Stadtpark, Bergstraße 68a, 44791 Bochum (E-mail: Kortum.eV@web.de] Buchbestellungen entgegen.

 

Copyright @ Enno Neumann 2010